Mannschaftsfoto 1970 Die Oberliga-Aufsteiger des BSG Post Schwerin 1970/71
Mannschaftsfoto 1970 Die Oberliga-Aufsteiger des BSG Post Schwerin 1970/71
Mannschaftsfoto 1989-90 Oberliga-Kollektiv der Saison 1989/90. Mit dabei unter anderem Holger Schneider, Jürgen Flau und Dirk Schimmler
Spielfoto 1982Jürgen Flau beim Sprungwurf im Spiel gegen Wismut Aue am 31. Oktober 1982. Post gewann das Spiel 16:15. Foto: Hans-Dieter Hentschel
Spielfoto 1983Post gab alles im Spiel gegen den SC Leipzig am 1. Oktober 1983 – unterlag letztlich aber deutlich mit 13:22. Foto: Wolfried Pätzold
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Zur Historie der Schweriner Handball-Postkutsche

 

Der am 23. Februar 1950 als Sportvereinigung Post Schwerin (später BSG Post) gegründete Verein blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Die sportlichen Erfolge der Post-Sportler in den Nachkriegsjahren waren schon eine Sensation für sich. Damals aber noch ohne Handball. Erst mit der Bildung des Schwerpunktes Handball am 21. September 1966 bei der BSG Post unter Vereinigung der Männermannschaft der BSG Lok Schwerin mit der Jugendmannschaft der TSG Lankow wurde ein weiteres Kapitel für den Schweriner Sport aufgeschlagen.

Nur etwas mehr als ein halbes Jahr später wurde die A-Jugend der Post-Handballer in Magdeburg unter Trainer Hartmut Flau DDR-Meister. Mit dabei waren damals unter anderem Erwin Schwesig, Peter Rauch, Hans-Ulrich Witt und „Hansi“ Wild – die Pioniere des Schweriner Handballs. Am gleichen Wochenende im März 1967 schafften die Post-Männer unter Trainer Jochen Froh als Bezirksmeister in Güstrow den Aufstieg in die DDR-Liga auf (damals 2.Liga). Dies kann getrost als Geburtsstunde des Schweriner Handball betrachtet werden.

Am 1. Mai 1970 war die nächste Sensation dann perfekt: Vor über 6000 handballbegeisterten Schwerinern erkämpfte sich die Männer-Mannschaft um Trainer Erwin Kaldarasch in der Sportund Kongresshalle den 24:16-Sieg gegen Dresden und stieg damit in die DDR-Oberliga auf – der damals höchsten Spielklasse. Spätestens da wurde der Verein auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt, zumal die Posthandballer das Novum schafften, die Klasse zu halten. Das hatte zuvor noch kein Aufsteiger erreicht. Post Schwerin wurde zur Marke auf dem nationalen und internationalen Handballparkett.
Der Grundstein für die nachfolgenden Generationen war gelegt. Zwar entwickelte sich die Sportart Handball in der Landeshauptstadt bereits sehr schnell zu einem echten Publikumsmagneten, doch mit dem Aufstieg erlebte Schwerin einen wahren Boom, der über Jahrzehnte anhielt.
Nicht selten säumten mehr als 6000 Zuschauer die Ränge der Sport- und Kongresshalle. Als einzige BGS-Mannschaft hielten die Postler die Erstklassigkeit ganze 22 Jahre und konnten in der Zeit zahlreiche gute Platzierungen (4. Platz 1973/74 und 1976/1977) erzielen. Nach der Saison 1979/80 wurde Peter Larisch sogar zum Torschützenkönig der DDR-Oberliga gekürt. In der Saison 1986/87 wurde Jürgen Flau dieser Titel zuteil. In den 70-er und 80-er Jahren war es ein echtes Erlebnis, ein Oberliga-Punktspiel der Männermannschaft zu besuchen. Es wurden Schweiß und Tränen vergossen. Es wurde gelacht, geweint, gefeiert. Namen wie Ladig, Rauch, Witt, Kahr, Wild, Walter, Schneider und Co. waren und sind allen Handballfans in Schwerin und Umgebung ein Begriff.

Dafür spricht auch, dass zahlreiche internationale (Leslaw Dzuiba/Polen, Robert Hedin/ Schweden und Robert Licu/Rümänien) und nationale Handballstars ( Michael „Pumpe“ Krieter/Kiel, Jochen „Scholle“ Fraatz/Essen und Markus Hochhaus/Grosswalstadt) in den Folgejahren dass Post-Trikot trugen.

Auch nach der Wende blieben die Post-Handballer sowohl für den Verein als auch für die Landeshauptstadt Schwerin ein Aushängeschild. 1990 standen die Männer gegen Preußen Berlin im Pokalfinale des DHV und spielten in der Saison 1990/91 in der zweigeteilten 1. Bundesliga. Der 3. Platz 1994/95 in der 2. Bundesliga war der größte Erfolg in den 90er Jahren. Die nachfolgenden Jahre verliefen sportlich nicht so erfolgreich. Zeitweise musste sogar gegen den Abstieg gekämpft werden. Doch Anfang der Jahrtausendwende war wieder ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Einer der erfolgreichsten Spieler des Vereins, Holger Schneider, der bereits im Trikot der Nationalmannschaft spielte, kehrte Ende der 90er Jahre als Trainer zurück. In der Saison 2000/01 schaffte er mit den Post-Männern noch einmal den Aufstieg in die 1. Bundesliga, 2003/04 gelang dies auch Peter Pysall.

Ab 2012 galt es dann, schwierigere Zeiten zu verkraften, weil nicht der Verein, sondern der wirtschaftliche Träger, die Post Schwerin Handball Bundesliga GmbH & Co KG große finanzielle Probleme bekam. Mit der Abwicklung der daraus entstandenen Insolvenz bei der Spielbetriebs- GmbH wurde danach im Verein die Entscheidung getroffen, künftig unter dem Namen SV Mecklenburg Schwerin aufzulaufen. Schon damals brachte das Einbeziehen von Schwerin und Umfeld in den Vereinsnamen einen stärkeren Gemeinschaftsgedanken hervor. Die erste Männermannschaft des SV Mecklenburg Schwerin startete in der Saison 2013/14 in der Nord- Staffel der 3. Bundesliga.

Nach 50 Jahren ist für viele klar: Der Handball in Schwerin ist nicht nur die Mannschaft auf dem Spielfeld. Es ist ein familiärer Traditionsverein, der vor allem von den vielen Fans und dem Fanclub Gelb-Blaue Ossenköpp e.V., von der Nachwuchsarbeit, den Unterstützern und von den ,Old Boys' lebt. Runde Geburtstage oder andere Jubiläen werden gemeinsam gefeiert.
Dieser Traditionsgedanke und das Wertegefühl des Vereins haben sich in den letzten Jahren sowohl bei großen als auch kleinen Handballfreunden verfestigt und gestärkt. Mit dem Namen ,Mecklenburger Stiere Schwerin e.V.' wird dieser Gedanke verstärkt auch nach Außen getragen und hält somit ein Identifikationspotenzial für die nächsten Jahre und künftige Generationen bereit. Am 1. Juni 2016 hatte die Delegiertenversammlung des Vereins die Namensänderung beschlossen.