Daumendrücken aus der Ferne

Schwerins Ex-Trainer Holger Schneider verfolgt den Handball in der Landeshauptstadt noch und erinnert sich an enge Spiele gegen Fredenbeck

Wenn die Mecklenburger Stiere am Sonntag in der 3. Handball-Liga den VfL Fredenbeck empfangen (Anpfiff 16 Uhr), dann drückt einer im 750 Kilometer entfernten luxemburgischen Esch an Alzette ebenfalls die Daumen – Schwerins Ex-Spieler und Ex-Trainer Holger Schneider. „Den Handball in Schwerin verfolge ich logischerweise immer noch. Und ich freue mich, dass in den letzten Jahren wieder Stabilität in Schwerin reingekommen ist“, so Schneider, der von 1999 bis 2004 an der Seitenlinie in der Landeshauptstadt stand.

In diese Zeit fielen in der 2. Bundesliga unter anderem auch acht Duelle gegen den VfL Fredenbeck, sieben davon mit dem ehemaligen Linksaußen als Trainer. „Das waren immer Spiele auf Augenhöhe, Fredenbeck war damals schon ein unangenehm zu bespielender Gegner“, erinnert sich der heute 53-Jährige. Unter seiner Regie verließen die Landeshauptstädter gegen Fredenbeck die Platte viermal als Sieger und dreimal als Verlierer. Spiele auf Augenhöhe also.

Das war allerdings nicht immer so. Die ersten Aufeinandertreffen zwischen Fredenbecker und Schweriner Hand- ballmannschaften entschieden die Niedersachsen, bis auf ein Spiel in der Zweitliga-Saison 1994/95, immer für sich. Von 1991 bis 1999 gewann Fredenbeck in Liga eins und in Liga zwei acht der neun Spiele. Schaut man auf die gesamte Statistik, also alle 20 Pflichtspiel-Partien zwischen den Schwerinern, ob als Post oder SV Mecklenburg, und den Niedersachsen, dann sieht man eine durchaus ausgeglichene Bilanz. Elf Spiele gewann Fredenbeck, neun Begegnungen gingen an Schwerin. Ein Remis gab es bisher noch nicht. Das wird, wenn es nach Holger Schneider geht, auch nach dem Spiel am Sonntag so bleiben: „Die Stiere haben sich in dieser Saison sehr heimstark präsentiert. Daher denke ich, dass die zwei Punkte am Ende auch in Schwerin bleiben.“

Für Schneider ist das Schweriner Publikum einer der Hauptgründe für die Heimstärke der Stiere. „Die Schweriner waren schon immer sehr begeisterungsfähig. Wir haben damals ja auch schon gemerkt, was für eine Hölle die Sport- und Kongresshalle für den Gegner sein kann“, so Schneider, der sich noch gerne an diese Spielstätte zurückerinnert.

Er selbst hat die Stiere in dieser Saison noch nicht gesehen und wird es wohl auch nicht. Als Trainer des luxemburgischen Erstligisten HB Esch bleibt nicht viel Zeit zum Reisen. Neben den Spielen in der Liga ist der Klub auch im Challenge-Cup auf europäischer Bühne gefragt. Dort hat sich die Schneider-Truppe Ende November gerade erst gegen die Israelis Ramat Hashron „S.G.S.“ HC durchgesetzt und steht jetzt im Achtelfinale. Am Sonnabend, einen Tag vor dem Stiere-Spiel, empfängt Esch in der Liga HB Käerjeng. Ein Besuch in Schwerin passt da also nicht in den Terminplan.

Mitfiebern und informieren, wie die Stiere denn gegen Fredenbeck gespielt haben, wird sich Schneider dennoch. Die Gesamtbilanz soll sich weiter Richtung Schwerin verschieben – dazu ist natürlich ein Sieg notwendig. „Damit das klappt, wünsche ich mir, dass die Halle schön voll wird“, so Schneider abschließend, der dann aber doch kein genaues Ergebnis voraussagen wollte

Hagen Bischoff / Schweriner Volkszeitung vom 16. Dezember 2016

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